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Beine im Check

Hast du eine Beinlängendifferenz? Die Chancen stehen nicht schlecht – laut Literatur können ein Drittel der Bevölkerung eine Beinlängendifferenz aufweisen.

Langfristige Probleme die durch eine Beinlängendifferenz auftreten, sind in erster Linie ein Beckenschiefstand und eine Verdrehung der Wirbelsäule. Daraus resultierend kann es zu Blockaden, Bandscheibenvorfällen und Arthrose in den Gelenken kommen.

Wie im letzten Blogbeitrag über die Sprunggelenke zu lesen – unser Körper ist wie ein Haus! Wenn in irgendeiner Etage ein Problem ist, wirkt es sich auf die anderen Stockwerke aus. Nicht immer gleich und sofort. Manchmal auch abhängig von der Belastung die sich aufsummiert.

Eine Beinlängendifferenz kann spätestens ab einer Höhe von 10 mm eine empfindliche Störung des Gleichgewichts bedeuten.

Allerdings scheinen nur 10 Prozent tatsächlich anatomischer Natur zu sein. Die restlichen 90 Prozent haben funktionelle Ursachen.

Funktion vs. Struktur

Anatomische bzw. strukturelle Beinlängendifferenzen haben vielfältige Ursachen. Angeboren, nach Infektionen oder traumatische Einwirkungen nach Unfällen werden u. a. als Ursache beschrieben. Um diese solle es heute allerdings nicht gehen, da hier tatsächliche und manifeste Ungleichheiten in der Beinlänge zu messen sind. Diese sind da und werden sich auch nicht verändern. Anatomische Beinlängendifferenzen werden im Regelfall mit Einlagen versorgt.

Die deutlich häufiger auftretenden funktionellen Beinlängendifferenzen werden allerdings von Einlagen nicht profitieren!

Funktionelle Beinlängendifferenzen sind flexible Zeitgenossen. Die Hüfte verrutscht etwas und schon stehen wir schief, der Rücken reagiert und versucht das Ungleichgewicht zu kompensieren und schon fängt es an zu Schmerzen. Wenn der Rücken unten kompensiert, macht der obere Anteil mit.

Andersrum geht dies natürlich auch!

Egal was wo passiert, es gibt immer ein finales Ziel im Körper – der Kopf und die Augen wollen geradeaus schauen. Sie wollen keine Schräglage und sie wollen auch nicht nach oben oder unten schauen. Der Mensch funktioniert als Ganzes und möchte sich im Raum orientieren und ausrichten. Daher versucht er immer eine finale Mitte zu finden auch wenn der Körper sich um die Mitte schlängelt.

Helfe dir selbst!

Ich würde dir empfehlen täglich an drei Knackpunkten deines Körpers anzusetzen. Das ist deine Hüfte, der untere Rücken und der Brust- und Halswirbelsäulenbereich!

Der Rücken in seiner Ganzheit ist anfällig für Blockaden – versuch ihn mobil und stabil zu halten.

Auf die Stabilität möchte ich diesmal weniger eingehen. Es gibt einen Haufen Übungen für eine Verbesserung der Rumpfstabilität.

Lese dir einfach zum Start den Artikel über das Krabbeln durch!

Heute möchten wir deine Mobilität steigern. Und das ist ziemlich einfach!

Führe endgradige und viele Bewegungen mit deiner Wirbelsäule aus um deine grundlegende Bewegungsreichweite zu erhöhen.

Mobility der LWS

Stelle dich breitbeinig auf versuche deine Schulter mit der Hüfte zu kreuzen. Anders gesagt, du drehst den Oberkörper. Deine Knie und die Hüfte drehen NICHT mit, dass deine Wirbelsäule zur Rotation genötigt wird!

Die Übung kannst du auch sehr gut auf dem Boden in Rückenlage machen. Einfach die Beine anstellen und links rechts pendeln. Starte so gerne den Tag morgens im Bett!

Als Zweites strecke und beuge deine Wirbelsäule. Einfach mit den Händen zum Boden, die Wirbelsäule maximal beugen, im Wechsel mit den Händen Richtung Decke strecken.

Final noch eine links/rechts Seitneigung. Am besten auch wieder aus einem stabilen Stand, die Arme nach oben strecken, die Wirbelsäule lang machen. Dann versuche die Bewegung über den unteren Anteil deines Rückens zu steuern! Der Rest deines Körpers ist eingefroren und einfach links/rechts, links/rechts, links/rechts.

Du hast nun ALLE drei grundlegenden Bewegungsebenen deiner unteren und mittleren Wirbelsäule kennengelernt. Mache immer lockere zwanzig Wiederholungen – gerne auch mehrmals täglich.

Mobility der HWS

Die Halswirbelsäule (HWS) funktioniert nach dem gleichen Prinzip. Auch zwanzigmal beugen und strecken, zur Seite neigen und rotieren.

Wenn du mal ein Knacken hörst – keine Bange, du richtest deine Wirbelkörper gerade aus!

Hüftkorrektur

Auch bei der Hüfte hast du natürlich die Möglichkeit sie endgradig durchzubewegen. Beispielhaft hebe dein Knie bis auf Hüfthöhe, den Unterschenkel entspannt hängen lassen, dann führst du den Oberschenkel maximal vom Körper weg, und bringst es im Anschluss wieder in eine parallele Position zum anderen Bein.

Die Hüfte bietet dir auch eine gute Option deine aktuelle Beinlängendifferenz zu bestimmen!

Lege dich auf den Rücken und strecke dann beide Beine ohne Kniewinkel Richtung Decke. Den Hintern schön auf dem Boden halten und dann lasse überprüfen, ob deine Beine gleichlang sind bzw. welches wie viel länger ist.

Wenn du hier regelmäßig unterschiedliche Ergebnisse hast, kannst du mit folgendem versuchen den verrutschten Hüftkopf in die Pfanne zurück zu befördern.

Die Methode ist von Dieter Dorn und das passende Buch kannst du dir über einen Klick auf das Bild bestellen. Es bietet dir einen Haufen Methoden zur Korrektur von Fehlstellungen deiner Gelenke.

© Koch & Steinhauser/ Die Dorn-Therapie

Wie auf dem Bild zu erkennen, lege dich mit einem Handtuch bewaffnet auf den Rücken. Jetzt strecke dein Bein nach vorne aus und ziehe mit dem Handtuch deinen Oberschenkel nach hinten. Wiederhole dies einige Male und überprüfe nun wieder deine Beinlänge.

Wenn du die Beinlängendifferenz mit dieser Methode verändern kannst, hast du eine sehr effektive Methode dir selbst zu helfen.

Richte deinen Körper wieder besser aus, intensiviere dein Krafttraining und du wirst sehen, dass deine Probleme nachlassen.

Bis dann

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