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Mobil

Was früher noch als Beweglichkeitstraining, Mobilisation, Dehnen & Stretchen bezeichnet wurde, war einige Jahre später als überflüssig abgetan. Mittlerweile ist es unter dem neudeutschen Begriff Mobility wieder im kommen!

Der Leitsatz im Functional Training ist Bewegungen trainieren und nicht Muskeln! Auch die Philosophie beim Mobilitätstraining hat sich dementsprechend gewandelt – einzelne Abschnitte im Körper möglichst isoliert zu dehnen ist nicht mehr zeitgemäß.

Mobilität ist zusammengefasst das Zusammenspiel zwischen Muskeln, Gelenken und dem neuromuskulären System. Sie kann als grundlegender Rahmen gesehen werden in dem körperliches Training stattfinden kann. Desto größer der Rahmen, gekoppelt mit koordinativen Fähigkeiten, desto größer können vielfältige Bewegungskompetenzen ausfallen.

Use it or loose ist

Durch unbewegliche Muskeln kann es zu Funktionseinschränkungen kommen. Schmerzen entstehen, Triggerpunkte in Form von Muskelknoten bilden sich, der pathologische Druck auf dem Gelenk steigt. Nebenbei kommt es aufgrund einseitiger Belastungen und fehlender vielfältiger Belastungen zum Knorpelabbau und die Entstehung von Arthrosen. Das Ergebnis sind nicht mehr physiologische Bewegungsmuster bzw. Kompensationsmuster die noch mehr Probleme entstehen lassen.

Vielen Menschen fällt es allerdings gar nicht mehr auf, dass sie die Arme nicht neben den Kopf bekommen, es nicht ohne ein kollabieren der Kniegelenke in die Hocke schaffen oder ein gestörtes Gangbild aufweisen. Das Prinzip ist recht einfach “Use it or loose it“. Wer sich keine Gedanken darüber macht, wird es nie schaffen, den Körper frei von Limitierungen zu machen und die symmetrische Architektur im Körper wieder herzustellen

© RyanMcGuire/ Pixabay

Improve, baby!

Die wenigsten von uns würden ein Haus ohne Fundament zu bauen. Die Wahrscheinlichkeit einer Instabilität ist zu groß, möglicherweise würde es bei starken Belastungen einstürzen. Beim Menschen ist es ähnlich. Wer mit schlechten Bewegungsmustern unter Last kommt, wird einen Schaden davon tragen. Daher müssen in erster Linie Bewegungsmuster wieder optimiert werden. Grundlegende Körperübungen wie Kniebeugen, Rumpfbeugen und Co. verbessern bei großen Bewegungsreichweiten neben der Kraft auch immer die Beweglichkeit.

Parallel fördert das isolierte Bewegen aller Gelenke über maximale Bewegungsreichweiten eine Verbesserung der Wahrnehmung und eine Senkung des Drucks auf die Gelenke, Kapseln, Sehnen und Bänder – wir nennen es mal Joint Moblity!

Für eine bessere Verschiebbarkeit der einzelnen Gewebeschichten wie Haut, Unterhaut, Bindegewebe, Faszien und Muskulatur bieten sich Schaumstoffrollen & Lacrosebälle an. Inhaltlich sortieren wir es in die Schublade Fascientraining. Auch das Springen, kann mittlerweile in diese Schublade. Hier gibts einen Artikel zu diesem Thema!

Und auch der gute alte “Stretch” bietet sich für Zwischendurch an. Im Idealfall dynamisch, dass eine Mehrdurchblutung nebenbei gefördert wird und “lang”. “Lang” bedeutet in diesem Fall das Gegenteil von isoliert, also gerne über mehrere Gelenke ziehend. Aber auch das isolierte Dehnen findet insbesondere im Oberschenkel, Gesäß und Hüftbereich noch seine Berechtigung!

Fazit

Bewegungen trainieren bzw. mobilisieren und nicht Muskeln macht Sinn! Unser Mobility Training sollte grundsätzlich nicht nur aus isolierten Dehnübungen bestehen, denn Muskeln arbeiten niemals alleine. Der Weg über komplexerere Bewegungen mit maximalen Bewegungsreichweiten eine verbesserte Beweglichkeit zu erreichen, sollte das Ziel sein. Allerdings ist die Vielfalt der Methoden der effektivste Weg – das beinhaltet auch den “Oldschool Iso Stretch”!

Lets do it,

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