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Diäten sind doof!

Im englischen Sprachgebrauch wird unter „diet“ eine alltägliche Ernährungsweise verstanden. Im deutschen Sprachgebrauch hingegen wird der Begriff der Diät mit Reduktionskost zum Gewichtsmanagement gleichgesetzt. Davon gibt es unendlich viele – Kartoffel, Brigitte, Blutgruppen, Melonen und und und.

Egal welche Diät – sie wird dir langfristig nichts bringen!

Um den Begriff Diät solltest du daher einen großen Bogen machen. Wenn du dich über einen längeren Zeitraum mit deutlich weniger ernährst als du benötigst bzw. einseitig, dann wirst du die Kilos wieder zurück bekommen.

Eine Diät kann maximal ein kurzer Einstieg sein, im Anschluss musst du eine für dich passende Ernährungsform finden.

Essen als Trend

Folgende Ernährungsformen lassen ein System und ein Konzept erkennen.

Aktuell sind die wohl trendigsten Vegan, Paleo und Keto. Die drei unterscheidet etwas vereinfacht das feiern von unterschiedlichen Makronährstoffen.

Veganer haben in erster Linie Kohlenhydrate auf dem Teller – es gibt einen Haufen Obst und Gemüse. Abhängig in welche Richtung es geht, wird auf Getreide gesetzt oder auch nicht. Tierische Produkte sind logischerweise gestrichen.

Die Paleo Ernährung kennzeichnet hingegen einen deutlich höheren Eiweißanteil. Das können z.B. Fleisch, Fisch und Eier sein. Aus dem pflanzlichen Bereich gibt es allerdings auch Fettträger wie Nüsse und Samen und Kohlenhydratquellen wie Beeren und Co.

Die Ketogruppe setzt möglichst auf Fett. Die täglichen Kohlenhydrate werden auf 20-50g reduziert, dass der Energiestoffwechsel vermehrt auf Fetten basiert.

Das interessante an diesen Beispielen ist, dass alle Ernährungsformen funktionieren – allerdings nicht bei allen Menschen! Jeder benötigt von dem einem etwas mehr und von dem anderen etwas weniger, hat Vorlieben und Abneigungen und verträgt unterschiedliche Lebensmittel gut oder schlecht.

Täglich Brot

Manche Menschen brauchen etwas süßes, andere stehen auf die salzigen oder scharfen Snacks. Der Satz „Geschmäcker sind verschieden“ scheint zwar abgedroschen und etwas vereinfacht, aber einer Studie zufolge, scheint unsere genetische Beschaffenheit der Grund für unser Verlangen nach bestimmten Speisen zu sein.

Die Studie einer Universität in Madrid fand heraus, dass bestimmte genetische Profile entscheiden, nach welchen Lebensmittel wir ein Verlangen haben – oder auch nicht.

An mehr als 800 europäischen Männern und Frauen konnte dieses Phänomen beobachtet werden. Ein Gen führte zu einem erhöhten Verlangen und Konsum von Süßigkeiten. Ein anderes Gen reduzierte das Verlangen nach Gemüse. Andere Gene hingegen wirkten sich auf die Lust nach fettigen und salzigen Gerichten aus.

Eine Umstellung deiner Ernährung auf Vegan, Paleo oder Keto kann zum Start Sinn ergeben, da sie bei sinnvoller Umsetzung gesund sind. Insbesondere wenn du zuvor einfach alles und querbeet gegessen hast, kann es deinem Essen etwas Struktur geben.

Allerdings musst du langfristig auf deine speziellen Bedürfnisse achten und dir deine ganz individuelle Ernährungsform zusammenstellen.

Starte Gesund & Schlank

Wenn man über Ernährung spricht sind Gesundheit und Abnehmen zentrale Punkte. Aus meiner Perspektive gehen wir aber häufig zu sehr ins Detail und vergessen die grundlegenden Basics!

Ich hatte bei den trendigen Ernährungsformen schon geschrieben, dass häufig einzelne Makronährstoffe gefeiert werden. Hier sind wir bei Hardcore Veganern, Paleoisten oder Ketofantasten schon wieder einen Schritt zu weit. Wer andere bekehren möchte und sich einer Ernährungsform verschreibt, hat meist keine Ahnung!

Für den einen passt Vegan, für den anderen nicht. Ebenso bei Keto und Paleo. Die Verteilung und Notwendigkeit der einzelnen Nähr- und Baustoffe ist sehr individuell, wir die Studie aus Spanien zeigt.

Grundlegend  wichtig für eine gesunde Ernährung ist:

  • naturbelassen
  • saisonal und regional
  • wenig verarbeitet

Das schließt Burger King, Chips, Coca Cola, und Co. aus. Allerdings sollte einmal immer keinmal sein!

Was sich zusätzlich bei allen Menschen (einige Krankheitsbilder ausgenommen!) auf die Gesundheit und das Gewicht positiv auswirkt, ist eine geringere Kaloriendichte und das Essen in einem kleineren Zeitfenster als wir es gewohnt sind.

Neben Fast Food und Co. ist es langfristig problematisch, wenn wir morgens um 6.00 Uhr mit dem Essen beginnen, dann um 10.00 Uhr weitermachen, 13.00 Uhr Mittag essen, 16.00 Uhr Kaffee & Kuchen, 19.00 Uhr Abendbrot bis wir um 22.00 Uhr mit Chips enden. In den meisten Fällen haben wir zuviele Kalorien aufgenommen. Das andere Problem ist, dass wir unseren Körper andauerend mit Verdauungsaufgaben beschäftigen und ihn in Regenerations und Reparaturarbeiten stören.

Intervalle Fasten

Ein gute Variante zum Einsparen von einigen Kalorien und eine Anpassung des Essenszeitfenster ist das intermittierende Fasten.

Hier skippst du das Frühstück und steigst erst um 10.00 bis 14.00 Uhr mit dem Essen ein. Im Idealfall nimmst du Abends zwischen 18.00 bis 20.00 Uhr deine letzte Mahlzeit ein. Du schaffst dadurch ein Zeitfenster von deutlich mehr Stunden ohne Essensaufnahme. Das intermittierende Fasten ist ein flexibles System mit Blick auf die Fastenstunden und die Fastentage. Du kannst es langfristig machen oder zwischendurch ein paar Tage.

Egal, ob du 14 oder 20 Stunden daraus machst, du gibst deinem Körper die Chance sich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Zusätzlich kannst du in der Phase des Nichtessens deine Fettreserven angreifen.

Einige Benefits:

Mitochondrien

Das Fasten führt zu einer Erhöhung der AMPK-Werte in deinem Körper. Das Resultat ist, dass sich neue Mitochondrien bilden. Wenn du es etwas detaillierter wissen möchtest, kannst du einen älteren Blogbeitrag durchlesen.

Kurz und knapp: Mehr Mitochondrien bedeutet, dass mehr ATP in den Mitochondrien produziert werden kann und mehr Energie umgesetzt wird. Die Konsequenz kannst du an deinem Körpergewicht erkennen bzw. an der Zusammensetzung.

Testosteron

Einige Studien zeigten, dass durch das intermittierende Fasten der Wachstumshormonspiegel ansteigt – und das nach nur 24 Stunden. Ebenfalls kann das Fasten eine Autophagie aktivieren. Hier werden im Körper Toxine und östrogene Chemikalien ausgeschieden, was ebenfalls in besseren Testosteronwerten zu erkennen ist.
Wenn du das Fasten noch mit Krafttraining verbindest, können dir die höheren Testosteronwerte einen besseren Muskelaufbau verschaffen. Ergebnis ist, dass die zusätzlichen Muskeln wieder mehr Energie verbrennen.

Appetit oder Hunger

Appetit ist mit Blick auf ein ideales Körpergewicht meist gefährlicher als Hunger. Wenn wir wirklich Hunger haben, essen wir alles was wir zwischen die Finger bekommen. Appetit hingegen sind Gelüste nach diesem und jenen – hier eine Coke, da ein Snickers oder Croissant. Wenn man erstmal mit dem Essen begonnen hat, wird es schwer, sich den restlichen Tag unter Kontrolle zu halten. Durch die tägliche Fastenzeit von über 16 Stunden, ist Chance und Lust auf dies und das extrem eingeschränkt.

Probiere es mal aus!

Umsonst und effektiv!

Da haben wir es mal wieder – die guten und effektiven Sachen gibts wie immer für lau. Bewege dich im Alltag, hebe Steine, renne kurz und knackig, krabbel durch den Garten und spar dir das Frühstück und den Snack vorm TV.

Diäten sind Schwachsinn, Ernährungsformen sind ein erster Schritt, Intermittierndes Fasten ist artgerechte Haltung.

Meine Meinung – alles klar?

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