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Schlaf und Co.

Was in jungen Jahren noch gut zu verkraften ist, wird mit zunehmenden Alter immer schwieriger. Schlafen wird häufig unterschätzt. Schlafe ausreichend und  regeneriere im Schlaf.

Im Bereich der Regeneration gibt es tausende Tools und Produkte, die dich bei einer besseren Erholung unterstützen sollen. Brillen, Eistonnen, Cremes oder die gute alte Black Roll.

Das wichtigste vergessen wir allerdings recht häufig – den Schlaf!

Nicht nur, dass wir im Schlaf unseren Akku wieder aufladen. Nebenbei werden wir schlauer, wie der Forscher Jan Born von der Universität Tübingen heraus fand. Gehirnwellen in der Tiefschlafphase des Menschen übernehmen eine Filterfunktion. Diese sogenannten Delta-Wellen treffen eine Auswahl, was vom tagsüber Erlebten und Gelernten im Langzeitgedächtnis landet.

Auch schützt die nächtliche Bettruhe vor Erkältungen und anderen deutlich einschränkenden Erkrankungen. Zu diesen Ergebnissen kam der Regensburger Forscher Jürgen Zulley.

The Day After

Was passiert also, wenn wir über Nacht ein Schlafdefizit fahren und unserem Körper in der Wiederherstellung und Regeneration einschränken?

Einmal eine Nacht durchmachen, schadet natürlich nicht. Wie immer ist es die Regelmäßigkeit, die uns vor Probleme stellt.

Allerdings wirst du auch schon bei der ersten durchfeierten Nacht erkennen – der nächste Tag wird Einschränkungen deiner kognitiven Fähigkeiten mit sich bringen. Deine Aufmerksamkeit und Konzentration werden nicht bei 100% sein.

Auch kann sich deine Sehschärfe kurzfristig verschlechtern. Deine Augenmuskeln sind überstrapaziert, was z. B. deine Leistungsfähigkeit im Straßenverkehr einschränkt.

Wer übermüdet ist, zeichnet sich auch häufig durch einen ausgeprägten Hunger auf fettige und süße Lebensmittel aus. Ursächlich dafür scheint die Reduzierung des Neurotransmitters GABA zu sein.

Schwindel und Probleme mit dem sogenannten Herz-Kreislaufsystem sind bei Übermüdung keine Seltenheit.

© mtajmr/ Pixabay

Die lange Reise

Die genannten kurzfristigen Eigenschaften werden bei regelmäßigen Schlafentzügen natürlich manifest und du wirst deine Leistungsfähigkeit reduzieren.

Es kommt z.B. zu einer Reduktion von IGF-1 (Insulin-like growth factor 1). Ein Wachstumsfaktor, der dem Insulin in der Struktur sehr ähnelt. Im Bodybuilding wird das IGF-1 gerne als anaboles Dopingmittel missbraucht! Deine Muskulatur wird also nicht wirklich positiv beeinflusst.

Langfristig kann Schlafentzug zur kompletten Entgleisung deines Herz-Kreislaufsystems führen und in Krankheitsbildern wie Blutdruckunregelmäßigkeiten und koronaren Schäden münden.

Das gleiche gilt für deinem Stoffwechsel. Chronisch erhöhte Cortisolwerte unterstützen eine Gewichtszunahme.

Messbar werden auch Entzündungswerte. Vielleicht hast du schon mal ein Blutbild machen lassen und vom C-reaktiven Protein (CRP) gelesen. Das ist der wichtigste Orientierungswert für Entzündungen.

Neben einer Vielzahl von Folgeerkrankungen, führen erhöhte CRP Werte zu einer schnelleren Zellalterung.

Und das sind wir – ein Zellhaufen – der schneller altert, Alter!

No Supps

Bei den kurzfristigen Folgeerscheinungen von Schlafentzug ist schon der Begriff GABA gefallen. Den Neurotransmitter machen sich seit einiger Zeit Supplementshersteller zu nutzen und verkaufen GABA als Schlafoptimierer. Studien untermauern einen positiven Nutzen. Allerdings denke ich, dass hier ein Problem von der falschen Seite aus angegangen wird und ein langfristiger Nutzen nur bei den Supplementhändlern zu finden ist.

Du musst entscheiden, ob du Symptome bekämpfen möchtest oder die Ursache!

Und ganz ehrlich, wenn du auf Schlafsupplements zurückgreifst, dann läuft den Tag über bei dir was schief!

Schlaf gut,

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